Spieler des Monats Januar |
1. F- Jugend |
Der Spieler des Monats Januar 2008 stellt sich vor (O-Ton der Mutter) |
Im Herbst 2005 hat Viktor (in Schweden) angefangen Fußball zu spielen. Sein erster Verein hieß Sundbybergs IK, im Bezirk Sundbyberg im Nordwesten von Stockholm. 15 Jungs trafen sich einmal pro Woche und rannten 45 Minuten einem Ball hinterher. Zum Schluss gab es Elfmeterschießen. Viktor befand sich immer mitten im Pulk und hatte relativ wenige Ballkontakte. Um so größer war aber die Leidenschaft. Ab jetzt gab es nur noch Fußball und jeden Tag wurden harte Kämpfe im Wohnungsflur ausgetragen (großzügige Nachbarn). Der Weihnachtswunsch war ein Ibrahimovic-Trikot. Im Januar 2006 gingen wir nach Berlin und es galt schnell einen Verein zu finden. Es war aber nicht so einfach, denn wir hatten keine Kontakte zur Berliner Fußballwelt. Vorübergehend konnte Viktor wenigstens in der Schule spielen, und das hat er ausgiebig genutzt. Die neue Wohnung in Schöneberg hatte zudem auch einen großen Flur und ebenso großzügige Nachbarn. Eines Tages im Februar haben wir eine Radtour gemacht. Die Gegend war seltsam, auf der einen Seite eine Gartenkolonie, auf der anderen die Autobahn. Viktor entdeckte einen Sportplatz und wir parkten die Räder. Es liefen einige Spiele, aber nur mit Erwachsenen. Nach einer Weile hat Viktor jedoch einen Gleichaltrigen mit Ball entdeckt und sie haben angefangen zu kicken. Ich fragte den Jungen (der sich später als Perry herausstellte), wie alt er war, und in welchem Verein er spielte. FC Schöneberg. Aha, ein erster Hinweis. Später riefen wir beim Jugendleiter des Vereins an und landeten schließlich beim Trainer der Minis, Hansjörg Felsch. Er hat uns freundlich mitgeteilt, dass Viktor gerne zum Training kommen konnte. Er war natürlich etwas aufgeregt, als er das erste Mal in der Halle der Uckermarkschule stand. Schließlich sprach er fast kein Deutsch. Der Trainer und die Jungs waren aber ganz nett und haben ihm alles genau gezeigt. Und beim Fußballspielen braucht man ja zum Glück nicht viel sagen. Viktor erlebte zum ersten Mal richtige Trainingseinheiten: er durfte Schiessen, Dribbeln und Zuspielen üben. Die anderen Jungs waren ihm um einiges voraus, sie waren ja schon lange im Training. Im April meinte Hansi, dass Viktor für ein Spiel bereit war. So durfte er gegen Helgoland in der Abwehr des FC Schönebergs sein erstes Spiel antreten. Es gab nicht viel zu tun, die Schöneberger gewannen 7-0. Die Zurufe des Trainers wurden sicherheitshalber von der Mutter ins Schwedische gedolmetscht! Hansi hatte entschieden, dass Viktor ein stabiler Abwehrspieler werden sollte, der brav hinten bleibt und alle Bälle nach vorne schießt. Das fand Viktor am Anfang völlig ok, aber irgendwann im Juni schoss er sein erstes Tor, nachdem er kurz im Mittelfeld eingesetzt wurde. Seitdem musste sich Hansi immer anhören: Kann ich ins Mittelfeld? Und jetzt spielt Viktor tatsächlich meistens Mittelfeld, rennt unglaublich viel, spielt auch gern ab, wenn er nicht unbedingt einen seiner beliebten Übersteiger machen muss und schießt ab und zu ein Tor. Auf seinen Trikots stehen jetzt Namen wie Diego und C. Ronaldo. Unser Flur ist mittlerweile sehr klein und die Nachbarn gar nicht mehr tolerant, aber Viktor spielt nach wie vor mit derselben Leidenschaft. |